| Veranstaltung: | Delegiertenversammlung | 53. BMV | zusammen wachsen (wir) |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5.2 Weitere Anträge |
| Antragsteller*in: | CampusGrün Münster (dort beschlossen am: 28.04.2026) |
| Status: | Angenommen |
| Antragshistorie: | Version 8 |
A4: Rassismus und Polizeigewalt benennen, bekämpfen und mit Opfern solidarisieren!
Antragstext
Die Campusgrün BDV möge beschließen:
“Die Delegiertenversammlung von Campusgrün benennt vorherrschende rassistische
Strukturen klar und solidarisiert sich mit den Opfern dieser Strukturen.
Der Tod von Lorenz im April 2025 durch Polizeigewalt zeigt in aller Härte, wie
dringend der Kampf gegen Rassismus und institutionelle Gewalt unsere politische
Arbeit prägen muss. Sein Tod reiht sich ein in eine Liste von durch die deutsche
Polizei hervorgerufenen Todesfällen, etwa der Oury Jallohs. Insbesondere
schwarze und andere sichtlich ethnisch nicht-deutsche Personen erleben
Polizeigewalt und -willkür auf hohen Graden. Wir stellen uns klar gegen das
rassistische Profiling auf Basis von Hautfarbe oder Migrationshintergrund.
Auch an Hochschulen erleben Personen, deren ethnisch-religiöse Abstammung nicht
christlich-deutsch ist, täglich Stigmatisierungen und strukturelle
Diskriminierung. Als überwiegend ethnisch deutsche Gruppe müssen wir unsere
Privilegien stetig reflektieren und daraus lernen. Dabei sollten wir nicht nur
uns und unsere Strukturen kritisch hinterfragen, sondern auch andere
Hochschulgruppen, Universitätsleitungen und politische Handlungsträger*innen
dazu auffordern, dies ebenfalls zu tun. Wir müssen Personen mit rassistisch
verankerter Diskriminierungserfahrung und ihren Gruppen zuhören und ihre
Perspektiven ernst nehmen, ihre Forderungen in unsere politische Arbeit
integrieren, unsere Privilegien nutzen um Diskriminierung und Rassismus
abzubauen und unsere eigenen Perspektiven nicht als universell ansehen. Um die
eigenen Rassismen zu erkennen und zu verstehen, brauchen wir an den
Universitäten umfassende Angebote, die sich insbesondere an nicht rassistisch
marginalisierte Studierende richten. Konkret schlagen wir Awareness- und
Empowerment-Kurse zum Themenbereich Rassismus vor. Dazu gehören könnten Kurse zu
den Themen “Critical Whiteness” Rassismus in der post-migrantischen
Gesellschaft, anti-muslimischen Rassismus, Antisemitismus und “Allyship”, welche
gleichzeitig Verständnis für Diskriminierungsverhältnisse, wie auch das
Bewusstsein von Chritical Whiteness und Allyship fördern. Diese Workshops sollen
im Rahmen der Allgemeinen Studien oder vergleichbaren Modulen verankert werden.
Darüber hinaus müssen diversitätssensible Hochschulstrukturen geschaffen werden,
etwa durch Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen für Diskriminierungsfälle
über das momentan gesetzliche Minimum hinaus, ebenso wie antirassistische
Schulungsangebote für Lehrende und Verwaltungsangestellte.
Der Bundesvorstand wird beauftragt ebenfalls bei der politischen Arbeit von
CampusGrün auf Bundesebene und insbesondere gegenüber den zuständigen
politischen Akteur*innen Deutschlands Rassismusproblem klar zu benennen. Eine
gerechte Aufklärung rassistischer Vorfälle wird meistens durch Betroffene,
Angehörige und Aktivist*innen eingefordert, dass Communities dies einfordern
müssen und diese Aufklärung nicht von Seiten der Politik und Behörden kommt, ist
bezeichnend für die fehlede intrinsische Motivation dieser Stellen.
Polizeigewalt, Rassismus und rechte Strukturen in Institutionen müssen
flächendeckend und öffentlich transparent aufgearbeitet werden: wir stellen uns
an die Seite der Forderungen der Betroffenen, Angehörigen und Aktivist*innen.
CampusGrün verpflichtet sich zudem selbst dazu, die eigene Organisation durch
regelmäßige interne Workshops antirassistisch weiterzuentwickeln durch
regelmäßige interne Workshops zu "Critical Whiteness" und Rassismuskritik, die
aktive Vernetzung und Zusammenarbeit mit antirassistischen Initiativen zu
fördern, und die Berücksichtigung antirassistischer Perspektiven bei der Arbeit
in Gremien und Arbeitsgruppen einfließen zu lassen. Wir fordern Räume, in denen
rassistisch marginalisierte Personen ihre Anliegen einbringen können, ohne
Bildungs- oder Sensibilisierungsarbeit für nicht rassistisch diskriminierte
Mitglieder leisten zu müssen."
Begründung
Gerade als überwiegend weiße Gruppe dürfen wir uns nicht aus der Verantwortung nehmen und müssen rassistische Strukturen klar bennen und sie eben auch auf die Tagesordnung setzt. Gerade jetzt ist es von unabdingbarer Wichtigkeit laut für Gerechtigkeit zu sein.
Weitere Begründung erfolgt mündlich.
(Antrag wurde bereits auf der 51. BMV gestellt und wiederholt vertagt)
